„Die Fliege ist wieder dran“

„Die Fliege ist wieder dran“

Historischer Reichsadler kehrt an die ehemalige „Kaiserliche Post“ in Apen zurück

Ein besonderes Stück Ortsgeschichte kehrt nach Apen zurück:
Der historische Reichsadler der ehemaligen „Kaiserlichen Post“ wurde am 23. Juni 2026 feierlich wieder an seinem ursprünglichen Platz unter dem Giebel des Gebäudes angebracht.

Der heutige Eigentümer Hans Wortmeyer hatte das traditionsreiche Gebäude vor einigen Jahren erworben und seitdem umfassend saniert.

Das Postamt in Apen wurde Ende des 19. Jahrhunderts erbaut. Im Erdgeschoss befand sich damals das eigentliche Postamt, während sich im ersten Stock und im Dachgeschoss Wohnungen befanden. Der Eingang zum Postamt lag an der Straßenseite, vorne links, der Zugang zu den Wohnungen war an der schmalen Gebäudeseite.

Seit etwa 1938 wohnte die Familie Zimmermann in dem Haus. Willi Zimmermann wurde dort im Jahr 1943 geboren. Sein Vater betrieb in Teilen des Gebäudes eine Zahnarztpraxis mit Sprechzimmer und Labor. Im Eingangsbereich des Hauses befanden sich zudem Schließfächer für gewerbliche Postkunden. Hinter dem Gebäude stand ein Schuppen, in dem die zweirädrigen Transportkarren für Briefe und Pakete zum damaligen Aper Bahnhof untergebracht waren. Der Schuppen wurde kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs durch einen Artillerietreffer zerstört und später vereinfacht wieder aufgebaut.

Nachdem das neue Postamt in Betrieb genommen worden war, verlor das alte Gebäude zunehmend an Bedeutung. Der Vater von Willi Zimmermann kümmerte sich damals darum, wenigstens den historischen Reichsadler zu erhalten. Das Wappen wurde abgenommen und später am Wohnhaus der Familie in Wiesbaden angebracht.

Im vergangenen Jahr besuchte Willi Zimmermann Apen und zeigte sich beeindruckt von der liebevollen Sanierung des ehemaligen Postgebäudes. Schnell entstand der Gedanke, dass der Reichsadler an seinem ursprünglichen Platz am besten aufgehoben sei. Über Ingolf Bracker, einem gemeinsamen Bekannten, kam schließlich der Kontakt zu Hans Wortmeyer zustande.

„Da unser Haus in Wiesbaden inzwischen Teil einer großen modernen Wohnanlage geworden ist, war für uns der richtige Zeitpunkt gekommen, das Wappen an seinen alten Standort zurückzugeben“, erklärt Willi Zimmermann.

In Zusammenarbeit mit dem Ortsbürgerverein Apen (OBV) wurde das Wappen von Vladislav Tufanov restauriert. Mit der Rückkehr des Wappens erhält das Gebäude nun ein wichtiges historisches Detail zurück.

Bürgermeister Matthias Huber dankte allen Beteiligten dafür, ein Stück Geschichte nach Apen zurückgeholt zu haben. Natürlich galt sein größter Dank dem Spender Will Zimmermann. Nach der Renovierung habe das Haus „seinen Anzug“ wiederbekommen. Heute sei nun noch die „Fliege“ dazugekommen.

Zahlreiche Gäste – auch besonders viele OBV-Mitglieder waren dabei und gaben so dem Ganzen einen überaus würdigen Rahmen!

Hier ein paar Eindrücke:

Willi Zimmermann hat immer noch viele Freunde und Bekannte in seinem Geburtsort:

Und er war sehr zufrieden mit dem Ergebnis:


Danke an Holger Krüger und Vladislav Tufanov

Jörg Brandes

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